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Septische Arthritis (Gelenkinfekt) im M3: was Prüfer fragen

Septische Arthritis (Gelenkinfekt) gehört zu den Themen, die im mündlichen dritten Staatsexamen im Fach Rheumatologie vorkommen. Hier steht das Wichtigste zur Prüfung: die Kernaussage, der Überblick und typische Fragen mit Antwort.

3 Fragen, die dazu gestellt werden

1. Welcher Erreger ist bei der septischen Arthritis am häufigsten?

→ Staphylococcus aureus

S. aureus verursacht 50 bis 60 Prozent, danach Streptokokken, Gonokokken bei jungen Erwachsenen, Gramnegative bei Risikogruppen.

2. Welche Reihenfolge am Aufnahmetag ist richtig?

→ Blutkulturen und Gelenkpunktion, dann Antibiotikum, dann Gelenkspülung

Die Punktion vor dem Antibiotikum sichert den Erreger, das Antibiotikum folgt innerhalb einer Stunde, die Spülung innerhalb von Stunden.

3. Welcher Punktatbefund spricht für einen bakteriellen Infekt?

→ Über 50.000 Leukozyten pro µl mit über 75 Prozent Neutrophilen

Hohe Zellzahl mit Neutrophilendominanz, trübes Punktat, Gram und Kultur positiv sprechen für Infekt.

3 weitere Fragen zu diesem Thema stehen im Lernbereich.

Gelenkinfekt: Warum es ein Notfall ist

⚠ Kernaussage Ein akut heißes, geschwollenes, schmerzhaftes Einzelgelenk mit Fieber ist bis zum Beweis des Gegenteils ein bakterieller Gelenkinfekt. Der Knorpel wird durch bakterielle Enzyme und die Entzündung innerhalb weniger Tage irreversibel zerstört, die Sterblichkeit liegt bei 10 Prozent. Reihenfolge: Punktion vor Antibiotikum, dann Antibiotikum sofort, dann Gelenkspülung innerhalb von Stunden. Häufigster Erreger: Staphylococcus aureus.

Erreger

  • Staphylococcus aureus ca. 50 bis 60 Prozent (auch MRSA)
  • Streptokokken (A, B, Pneumokokken)
  • Gramnegative bei Älteren, Immunsupprimierten, i.v.-Drogen (Pseudomonas)
  • Gonokokken bei jungen, sexuell aktiven Patienten (oft wandernd, Tenosynovitis, Pusteln)
  • Kingella kingae bei Kleinkindern, Salmonellen bei Sichelzellanämie

Infektionswege und Risiko

  • hämatogen (häufigste), direkt (Trauma, Punktion, Injektion, OP), per continuitatem (Osteomyelitis, Weichteilinfekt)
  • Risikofaktoren: rheumatoide Arthritis, Prothese, Diabetes, Alter über 80, Alkohol, Immunsuppression, Hautinfekt, Gelenkinjektion
  • Lokalisation: Knie ca. 50 Prozent, dann Hüfte, Schulter, Sprunggelenk; Kinder: Hüfte

Was im Gelenk passiert

Bakterien in der Synovia, Neutrophileneinstrom, Proteasen und Zytokine zerstören die Knorpelmatrix Druckerhöhung im Gelenk drosselt die Durchblutung, besonders in der Hüfte des Kindes (Hüftkopfnekrose) Nach 48 Stunden erste irreversible Knorpelschäden, nach Tagen Arthrose oder Ankylose Bei Endoprothesen: Biofilm, Antibiotika allein reichen nicht, Revision nötig

🗂 Protokoll-Fragen Grundlagen

Der Abschnitt geht im Lernbereich weiter.

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