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Rhesus-Inkompatibilität / Morbus haemolyticus neonatorum im M3: was Prüfer fragen

Rhesus-Inkompatibilität / Morbus haemolyticus neonatorum gehört zu den Themen, die im mündlichen dritten Staatsexamen im Fach Pädiatrie vorkommen. Hier steht das Wichtigste zur Prüfung: die Kernaussage, der Überblick und typische Fragen mit Antwort.

Das Wichtigste in Kürze

KERNAUSSAGE
  • Der Morbus haemolyticus neonatorum (MHN) entsteht durch mütterliche IgG-Antikörper gegen kindliche Erythrozyten-Antigene (klassisch Anti-D bei Rh-Inkompatibilität, heute häufiger AB0-Inkompatibilität und irreguläre Antikörper wie Anti-c, Anti-Kell).
  • IgG passiert die Plazenta und führt zu fetaler/neonataler Hämolyse → Anämie, Hyperbilirubinämie, im Schweregrad bis zum Hydrops fetalis.
  • Die klassische Rh-Sensibilisierung ist durch die Anti-D-Prophylaxe selten geworden. Sensibilisierung entsteht i.d.R. erst in der 1. Schwangerschaft/Geburt, klinisch relevant wird sie in der Folgeschwangerschaft.

3 Fragen, die dazu gestellt werden

1. Welche der folgenden Diagnosetests ist bei Verdacht auf Rhesus-Inkompatibilität bei einer Schwangeren wichtig?

→ Antikörpersuchtest (indirekter Coombs-Test)

Der Antikörpersuchtest dient dazu, Anti-D-Antikörper bei der Mutter nachzuweisen und somit eine Rhesus-Inkompatibilität zu diagnostizieren.

2. Welche Therapie wird durchgeführt, um einer Rhesus-Sensibilisierung bei einer Rh(D)-negativen Schwangeren vorzubeugen?

→ Anti-D-Prophylaxe

Die Anti-D-Prophylaxe wird verabreicht, um die Immunisierung der Mutter gegen das Rh-positive Blut des Kindes zu verhindern.

3. Was ist eine häufige Komplikation des Morbus haemolyticus neonatorum?

→ Hydrops fetalis

Hydrops fetalis ist eine gefürchtete Komplikation, die durch schwere Anämie und Herzinsuffizienz hervorgerufen wird.

3 weitere Fragen zu diesem Thema stehen im Lernbereich.

Überblick

Definition & Pathophysiologie

  • MHN (Erythroblastose): Immunhämolytische Anämie des Feten/Neugeborenen durch plazentagängige mütterliche IgG-Alloantikörper gegen väterlich vererbte Erythrozytenantigene.
  • Rh-Inkompatibilität: Mutter Rh(D)-negativ, Kind Rh(D)-positiv. Nach fetomaternaler Transfusion (Geburt, Abort, Amniozentese, Trauma) bildet die Mutter Anti-D.
  • Sensibilisierung vs. Erkrankung: 1. Schwangerschaft → Sensibilisierung (meist noch keine Erkrankung); ab 2. Schwangerschaft mit Rh-pos. Kind → rascher Antikörper-Boost → fetale Hämolyse.
Rh-Inkompatibilität
  • Antikörper: Anti-D (IgG)
  • Meist ab 2. Schwangerschaft
  • Schwerer Verlauf möglich (Hydrops)
  • Direkter Coombs-Test positiv
AB0-Inkompatibilität
  • Mutter Blutgruppe 0, Kind A oder B
  • Anti-A/Anti-B (IgG)
  • Auch 1. Schwangerschaft möglich
  • Meist mild, direkter Coombs schwach/negativ

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