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Wallenberg-Syndrom im M3: was Prüfer fragen

Wallenberg-Syndrom gehört zu den Themen, die im mündlichen dritten Staatsexamen im Fach Neurologie vorkommen. Hier steht das Wichtigste zur Prüfung: die Kernaussage, der Überblick und typische Fragen mit Antwort.

Das Wichtigste in Kürze

KERNAUSSAGE
  • Das Wallenberg-Syndrom ist ein ischämischer Hirnstamminfarkt der dorsolateralen Medulla oblongata, meist durch Verschluss/Stenose der A. vertebralis (seltener der A. cerebelli posterior inferior, PICA).
  • Leitbild: gekreuzte Symptomatik, ipsilaterale Gesichts-Sensibilitätsstörung, Horner-Syndrom, Ataxie, Dysphagie/Heiserkeit + kontralaterale dissoziierte Empfindungsstörung (Schmerz/Temperatur) am Rumpf/Extremitäten.
  • Häufige Frühzeichen: Schwindel, Nystagmus, Übelkeit, Gangunsicherheit. Junge Patienten: an Dissektion der A. vertebralis denken.

3 Fragen, die dazu gestellt werden

1. Welche der folgenden Beschwerden ist typisch für das Wallenberg-Syndrom?

→ Ipsilaterale Gesichtssensibilitätsstörung

Das Wallenberg-Syndrom führt zu einer ipsilateralen Gesichtssensibilitätsstörung.

2. Welche bildgebende Methode ist in der Akutdiagnostik des Wallenberg-Syndroms besonders geeignet?

→ MRT (DWI)

In der Akutdiagnostik ist ein MRT (DWI) die Methode der Wahl zur Darstellung von Hirnstamminfarkten.

3. Welches Symptom könnte bei einem Patienten mit Wallenberg-Syndrom beobachtet werden?

→ Horner-Syndrom

Das Horner-Syndrom ist ein typisches Symptom des Wallenberg-Syndroms.

3 weitere Fragen zu diesem Thema stehen im Lernbereich.

Überblick

Definition & Anatomie

  • Das Wallenberg-Syndrom (Synonyme: dorsolaterales Oblongata-Syndrom, laterales medulläres Syndrom, PICA-Syndrom) ist der klassische Hirnstamm-Infarkt der dorsolateralen Medulla oblongata.
  • Gefäßversorgung: Das betroffene Areal wird überwiegend aus der A. vertebralis gespeist; ein Teil über die A. cerebelli posterior inferior (PICA).
ÄTIOLOGIE
  • Häufigste Ursache: Verschluss/Stenose der A. vertebralis (in vielen Fällen relevanter als die PICA selbst).
  • Weitere: kardiale/arterio-arterielle Embolie, Atherosklerose.
  • Bei jungen Patienten: Dissektion der A. vertebralis (z. B. nach Bagatelltrauma, HWS-Manipulation), wichtige DD!

Betroffene Strukturen (Merkhilfe)

IPSILATERAL geschädigt
  • Nucleus & Tractus spinalis N. trigemini → Gesicht
  • Nucleus ambiguus (N. IX/X) → Schlucken/Stimme
  • Sympathische Bahn → Horner-Syndrom
  • Kleinhirnbahnen / Corpus restiforme → Ataxie
  • Nn. vestibulares → Schwindel/Nystagmus
KONTRALATERAL geschädigt
  • Tractus spinothalamicus → dissoziierte Empfindungsstörung (Schmerz/Temperatur) am Rumpf/Extremitäten

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