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Psychopharmaka (Antidepressiva, Antipsychotika) im M3: was Prüfer fragen

Psychopharmaka (Antidepressiva, Antipsychotika) gehört zu den Themen, die im mündlichen dritten Staatsexamen im Fach Psychiatrie vorkommen. Hier steht das Wichtigste zur Prüfung: die Kernaussage, der Überblick und typische Fragen mit Antwort.

Das Wichtigste in Kürze

KERNAUSSAGE
  • Antidepressiva: Erstlinie sind SSRI/SNRI (gutes Nutzen-Risiko-Profil); Wirkeintritt erst nach 2 bis 4 (bis 6) Wochen. Gefährlich: Serotonin-Syndrom bei Kombination serotonerger Substanzen.
  • Antipsychotika wirken v. a. über D2-Blockade. Typika → mehr EPS; Atypika → mehr metabolische Nebenwirkungen. Clozapin = reserviert für Therapieresistenz, Risiko Agranulozytose → strenge Blutbildkontrolle.
  • Notfälle kennen: malignes neuroleptisches Syndrom (MNS), Serotonin-Syndrom, Lithiumintoxikation.

3 Fragen, die dazu gestellt werden

1. Welche der folgenden Aussagen zu SSRI ist richtig?

→ Sie haben ein gutes Nutzen-Risiko-Profil und sind die Erstlinie in der Behandlung von Depressionen.

SSRI sind die Erstlinientherapie bei Depressionen und haben ein gutes Nutzen-Risiko-Profil.

2. Was ist eine häufige Nebenwirkung von trizyklischen Antidepressiva?

→ Mundtrockenheit

Trizyklika sind bekannt für anticholinerg bedingte Nebenwirkungen, darunter Mundtrockenheit.

3. Welches der folgenden Symptome ist charakteristisch für das Serotonin-Syndrom?

→ Myoklonus

Myoklonus ist ein typisches Merkmal des Serotonin-Syndroms.

3 weitere Fragen zu diesem Thema stehen im Lernbereich.

Überblick

Antidepressiva: Substanzklassen

SSRI (Erstlinie)
  • Citalopram, Escitalopram, Sertralin, Fluoxetin, Paroxetin
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmung
  • Gut verträglich, sicher bei Überdosis
SNRI
  • Venlafaxin, Duloxetin
  • Serotonin + Noradrenalin
  • Auch bei chronischem Schmerz
Trizyklika (TZA)
  • Amitriptylin, Clomipramin, Nortriptylin
  • Wirksam, aber viele NW (anticholinerg, kardiotoxisch)
  • Gefährlich bei Überdosis
Weitere
  • Mirtazapin (NaSSA): sedierend, appetitsteigernd
  • MAO-Hemmer (Tranylcypromin): Reserve, Diät nötig
  • Bupropion, Agomelatin, Vortioxetin

Antipsychotika (Neuroleptika)

  • Wirkmechanismus: v. a. Blockade von Dopamin-D2-Rezeptoren (mesolimbisch → antipsychotisch).
  • Typika (klassisch): Haloperidol, Flupentixol, Benperidol → hochpotent, stark antipsychotisch, mehr EPS.
  • Atypika: Risperidon, Olanzapin, Quetiapin, Aripiprazol, Amisulprid, Clozapin → zusätzlich 5-HT2-Blockade, weniger EPS, mehr metabolische NW.

Phasenprophylaktika (Stimmungsstabilisierer)

  • Lithium, Valproat, Lamotrigin, Carbamazepin, bei bipolarer Störung.

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